Ökologischer Beitrag von BioConsult zur Machbarkeitsstudie "Tideanschluss Alte Süderelbe" (September 2020)

Die ReGe Hamburg wurde vom Forum Tideelbe mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum möglichen Tideanschluss der Alten Süderelbe beauftragt. Um die erforderliche interdisziplinäre Bearbeitung zu ermöglichen, sind verschiedene Fachbüros eingebunden worden. Das Büro BioConsult bearbeitete den naturschutz- und umweltfachlichen Teil.

Die Bearbeitung der ökologischen Aspekte erfolgte auf der Grundlage vorliegender Daten und Kartierungen zur ökologischen und naturschutzfachlichen Bestandssituation. Die Auswirkungen wurden auf dieser Grundlage und unter Nutzung der Aussagen der weiteren Teilbeiträge zur Machbarkeitsstudie von BAW, BWS und FWT GmbH abgeschätzt. Dabei wurden die positiven wie die negativen Auswirkungen bezogen auf die aktuelle Situation (unter Berücksichtigung bereits genehmigter weiterer Veränderungen im ökologischen Betrachtungsraum) für den Vergleich der Varianten berücksichtigt.

Alle Varianten führen zu einer großflächigen Wiederherstellung verschiedener Biotope des FFH-Lebensraumtyps "Ästuar" (Flachwasserzonen, Wattflächen, Tideröhrichte, Tide-Weidenauwald), die im Stromspaltungsgebiet Hamburgs ansonsten heute fast völlig fehlen. Auch für die Ansiedlung des Schierling-Wasserfenchels (eine endemische prioritäre FFH-Art) geeignete Habitate werden dabei voraussichtlich entstehen. Dem stehen jedoch auch deutliche Beeinträchtigungen und Verluste vorhandener Wertigkeiten gegenüber. Insgesamt stellt die Maßnahme durch die tiefgreifende Veränderung der aktuellen Situation mit der Zerstörung wertvoller Biotope und ihres Arteninventars auch naturschutzrechtlich eine große Herausforderung dar. Jedoch können nur durch einen Wiederanschluss von großen Flächen an das Tidegeschehen der Elbe, wie es der Integrierte Bewirtschaftungsplan fordert, historisch umfangreich zerstörte Süßwasser-Tidelebensräume wiederhergestellt werden.

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